Der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. als Geno-Inspirationshub für Innovation und Vielfalt zur Umsetzung der Genossenschaftsidee

Die Veranstaltung am 19. März 2026 stand unter dem Titel „40 Jahre für die Genossenschaftsidee – Gestern. Heute. Morgen“. Gegründet am 14. März 1986 sind dies nun fast auf den Tag genau vierzig Jahre. Der Vortrag von Dr. Burghard Flieger zur Geschichte des Bundesvereins zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. trägt den Titel „Der Verein als Inkubator für Innovation und Vielfalt zur Umsetzung der Genossenschaftsidee“.

Bei näherer Betrachtung erweist sich diese Formulierung als unzutreffend. Diese Erkenntnis stellte sich erst ein, nachdem der Titel bereits gesetzt und veröffentlicht war.

Ein Inkubator (auf Deutsch: Brutkasten) ist ein medizinisches Temperiergerät, mit dem in der Biologie kontrollierte Außenbedingungen für Entwicklungs- und Wachstumsprozesse geschaffen und erhalten werden. Ein Genossenschafts-Inkubator ist demnach eine Organisation oder ein Programm, das Menschen dabei unterstützt, neue Genossenschaften zu gründen und aufzubauen. Der Begriff stammt aus der Start-up-Welt. Dort bezeichnet er Einrichtungen, die junge Unternehmen in einer frühen Phase unterstützen, damit sie sich wirtschaftlich erfolgreich entwickeln können.

Übertragen auf den genossenschaftlichen Kontext wäre unter einem Inkubator somit eine Organisation zu verstehen, die Gruppen unterstützt, ein gemeinschaftliches Unternehmen zu gründen, das sich im Eigentum seiner Mitglieder befindet und demokratisch geführt wird.

Genau dies gehört jedoch nicht zu den primären Aufgaben und Aktivitäten, die sich der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. auf die Fahnen geschrieben hat und die ihn auszeichnen. Solche Tätigkeiten wurden bereits früh ausgelagert. Der Bundesverein initiierte hierzu eine eigene Organisation – die innova.

Im Jahr 2001 gründete der Bundesverein gemeinsam mit anderen Organisationen zur Unterstützung genossenschaftlicher Neugründungen formal die innova eG. Bereits viele Jahre zuvor wurden im Rahmen eines Zweckbetriebes unter der Bezeichnung innova konkrete Unterstützungsleistungen für neue Genossenschaften angeboten. Die Namensrechte für innova liegen bis heute beim Bundesverein, dessen Abkürzung BzFdG wenig eingängig ist. Die Wortmarke innova wurde bereits 1990 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen und geschützt.

Die innova eG ist mittlerweile eine eigenständige, erfolgreich agierende Beratungs- und Qualifizierungseinrichtung mit rund 20 Projektentwicklerinnen und Projektentwicklern, organisiert im Rechtskleid der Genossenschaft. Sie verfolgt konsequent die Aufgaben, die man mit einem Genossenschafts-Inkubator verbinden würde.

Wenn aber die Charakterisierung des Bundesvereins als Inkubator nicht zutrifft, stellt sich die Frage, was ihn stattdessen auszeichnet. Worin besteht seine Identität? Welche Rolle hat er in diesen vierzig Jahren seines Bestehens eingenommen und wie hat er diese ausgefüllt?

Beim Bundesverein geht es nicht um konkrete Gründungsberatung, sondern um Ideenentwicklung, Inspiration und die Verbreitung neuer genossenschaftlicher Ansätze. Immer wieder entstehende neue Genossenschaftskonzepte werden aufgegriffen, weitergedacht und verbreitet. Die Stärke des Bundesvereins liegt darin, Impulse zu geben und genossenschaftliche Innovationen sichtbar zu machen.
Vor diesem Hintergrund passt der Begriff „Inkubator“ nicht. Andere Bezeichnungen treffen die Aktivitäten deutlich besser. Der Begriff „Katalysator“ wird häufig verwendet, wenn etwas Entwicklungen beschleunigt, ohne selbst der Ort der Umsetzung zu sein. In diesem Sinne lässt sich der Bundesverein rückblickend als Genossenschafts-Katalysator, als Impulsgeber oder als Inspirationshub charakterisieren.

Vierzig Jahre als Impulsgeber im Genossenschaftswesen stellen eine lange und zugleich wechselhafte Zeit dar. Diese adäquat abzubilden, ist nur eingeschränkt möglich. Daher wird im Folgenden auf eine vereinfachende Zuspitzung zurückgegriffen, um zentrale Aktivitäten des Bundesvereins zu veranschaulichen.

Als Struktur dient die Symbolik der Zahl sieben. Diese ist nicht nur historisch mit dem Genossenschaftswesen verbunden – etwa durch die ursprüngliche Mindestmitgliederzahl –, sondern findet sich auch in den sieben Prinzipien der Internationalen Genossenschaftsallianz wieder. Darüber hinaus besitzt sie eine allgemeine symbolische Bedeutung.

Die Metapher des Brückenbauens eignet sich, um die Aktivitäten des Bundesvereins zu beschreiben. Brücken stehen für Verbindungen, Übergänge und das Zusammenführen unterschiedlicher Perspektiven.

Brückenbau I: Selbstverwaltungsbetriebe, Produktivgenossenschaften, etablierte Genossenschaftswelt und Politik gehen in den Dialog

Sowohl auf der personellen als auch auf der thematischen Ebene ging es in der Anfangsphase des Bundesvereins darum zu vermitteln, dass etablierte Genossenschaften und alternativökonomische Betriebe mehr gemeinsam haben, als zunächst wahrgenommen wurde.

Zwischen Akteurinnen und Akteuren aus der SPD, etablierten Genossenschaften, der Alternativbewegung und sozial engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fanden zahlreiche Arbeitstreffen statt. Die Austauschatmosphäre war unkonventionell und zugleich konstruktiv.
Diskutiert wurde intensiv, warum sich so wenige Selbstverwaltungsbetriebe als eingetragene Genossenschaften organisieren, obwohl sie vom Anliegen der partizipativen Gestaltung (Demokratieprinzip) und der Bedarfsorientierung (Förderprinzip) her der Genossenschaftsidee entsprechen.

Ein Ergebnis dieser Diskussionen war Band I der Veröffentlichungen des Bundesvereins im Jahr 1987 mit dem Titel „Wir helfen uns selbst. Gründungshilfen für neue Genossenschaften“. Dieser war über viele Jahre hinweg der erste Gründungsleitfaden für Genossenschaften und kann als Meilenstein bewertet werden.

Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, „Arbeiten ohne Chef“ als GmbH, Verein oder Einpersonengesellschaft zu verwirklichen, sondern auch als eingetragene Genossenschaft. Für alle Seiten war dies ein Novum, das bis heute nachwirkt.

Brückenbau II: Austausch organisieren zwischen gemeinschaftlichen Wohnprojekten, etablierten Wohnungsbaugenossenschaften (Solingen/Dortmund) und wohnungsgenossenschaftlichen Prüfungsverbänden

Mehr oder weniger zeitgleich gewann die Diskussion um gemeinschaftliches Wohnen früh an Bedeutung. Dazu gehörten Ökodörfer, Mieterselbstverwaltung sowie der Erhalt bestehender Siedlungsstrukturen.
Über viele Jahre hinweg bestand ein regelmäßiger Arbeitskreis zu wohnungsgenossenschaftlichen Themen. Geleitet wurde dieser unter anderem von Thomas Schäfers, der zugleich in der etablierten Wohnungswirtschaft tätig war. In dieser Doppelrolle wurde die Brückenfunktion besonders deutlich.
Ein Ergebnis dieser Arbeit war die Veröffentlichung „Gemeinsam und selbstbestimmt. Leitfaden für gemeinschaftliche Wohnprojekte“ im Jahr 1988. Auch dieser Leitfaden stellte für die Wohnungsbranche ein Novum dar.

Beteiligt waren unter anderem Frank Karthaus sowie Klaus Novy, Professor für Planungs- und Stadtökonomie. Klaus Novy prägte mit seinen Beiträgen nicht nur den Bundesverein, sondern auch die wohnungspolitische Diskussion auf Bundesebene.

Brückenbau III: Beziehungen herstellen zwischen der ost- und westdeutschen Genossenschaftswelt

Eine besondere Dynamik, in der der Bundesverein seine Rolle als Genossenschafts-Katalysator in ausgeprägter Weise wahrnahm, entstand mit dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten. Ab 1989/90 übernahm der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. eine wichtige fachliche und netzwerkbildende Funktion in der Debatte über die Zukunft der Genossenschaften in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung. Dies geschah insbesondere in den Bereichen Konzeptentwicklung und Vernetzung.

Der Hintergrund war die grundlegende Frage, was mit den bestehenden Genossenschaften der DDR geschehen sollte. Aufgrund ihres produktivgenossenschaftlichen Charakters standen vor allem die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) und die Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) – insgesamt knapp 3.000 – im Fokus der Überlegungen. In Westdeutschland existierte hierfür kein direktes Pendant. Zudem galten diese Organisationsformen, teilweise zu Recht, nicht als freiwillige Zusammenschlüsse. Dies verstärkte die ohnehin ambivalente Haltung der westdeutschen Genossenschaftsverbände gegenüber diesen Strukturen.

Der Bundesverein organisierte in dieser Übergangsphase zahlreiche Diskussionen und Fachveranstaltungen, bei denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger sowie Praktiker gemeinsam darüber debattierten,
wie DDR-Genossenschaften demokratisch reformiert werden können,
wie sie sich in das westdeutsche Genossenschaftsrecht integrieren lassen und
welche Ausgestaltungsformen genossenschaftlicher Organisation erhalten bleiben sollten.

Der Verein wurde damit in den Jahren 1990 bis 1992 zu einer wichtigen Austauschplattform zwischen ostdeutschen Genossenschaften und westdeutschen Akteuren aus Politik und Wissenschaft, die nach tragfähigen Lösungen für die rechtliche und wirtschaftliche Transformation suchten.
Parallel dazu ging es darum, Unterstützungsangebote für neue Genossenschaftsgründungen in Ostdeutschland zu entwickeln. Der Bundesverein verstand sich in dieser Phase bewusst als unabhängige Diskussionsplattform außerhalb der großen Verbände. In diesem Zusammenhang entstanden mehrere Veröffentlichungen, die dazu beitragen sollten, die ostdeutschen Genossenschaften zu stärken. Dazu gehörten unter anderem der Band „Neue Genossenschaften braucht das Land. Ein Ratgeber zur Gründung landwirtschaftlicher Genossenschaften“ aus dem Jahr 1990 sowie der Band „Ratgeber für Handwerks- und Dienstleistungsgenossenschaften“ aus dem Jahr 1991.

Die Wirkungen dieses Engagements wurden jedoch in weiten Teilen durch die tatsächlichen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen relativiert. Eine zentrale Rolle spielte dabei die gesetzliche Regelung, nach der Produktionsgenossenschaften des Handwerks mit Wirkung zum 31. Dezember 1992 aufgelöst wurden, sofern ihre Umwandlung nicht rechtzeitig in eine eingetragene Genossenschaft oder eine andere Rechtsform vollzogen worden war.

Hinzu kam, dass in dieser Phase der Umwandlung die Mitglieder die Möglichkeit hatten, auf das Vermögen ihrer Genossenschaften zuzugreifen und sich Anteile auszahlen zu lassen. Diese kurzfristige Option, finanzielle Mittel zu realisieren, wurde vielfach genutzt. In der Folge verloren zahlreiche Genossenschaften einen erheblichen Teil ihres Eigenkapitals und konnten wirtschaftlich nicht weitergeführt werden.

Damit wurde faktisch ein großer Teil der produktivgenossenschaftlichen Strukturen der ehemaligen DDR, die in vielen Bereichen den Mittelstand prägten, innerhalb kurzer Zeit aufgelöst.

Brückenbau IV: Beziehungen herstellen zwischen neuen Sozialgenossenschaften, Wohlfahrtsorganisationen und den DGRV-Genossenschaftsverbänden

Sozialgenossenschaften wurden in der deutschen Genossenschaftslandschaft über lange Zeit hinweg als eher randständig wahrgenommen. Während sie in anderen Ländern, insbesondere in Italien, bereits über eigenständige gesetzliche Grundlagen verfügten und eine größere Verbreitung gefunden hatten, spielten sie in Deutschland zunächst eine untergeordnete Rolle.

Gleichwohl entstanden auch hier immer wieder Genossenschaften mit ausdrücklich sozialer Ausrichtung. Das Spektrum reichte von Unternehmen zur Arbeitsplatzsicherung für benachteiligte Gruppen über Betriebsgenossenschaften im Bildungs- und Betreuungssektor bis hin zu neuen Dienstleistungskooperativen im Senioren-, Pflege- und Palliativbereich.

Der Bundesverein griff dieses Thema gezielt auf und setzte mit der Tagung „Sozialgenossenschaften – Wege zu mehr Beschäftigung, bürgerschaftlichem Engagement und Arbeitsformen der Zukunft“ am 14. und 15. September 2001 einen wichtigen Impuls. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Paritätischen Akademie durchgeführt.

Ziel der Tagung war es, einen Überblick über bestehende Beispiele zu geben, beschäftigungspolitische Alternativen aufzuzeigen, die Diskussion um bürgerschaftliches Engagement zu bereichern, Anregungen für neue genossenschaftliche Initiativen zu geben und politische Unterstützung für genossenschaftliche Lösungen im sozialen Bereich anzustoßen.

Die Tagung trug wesentlich dazu bei, Sozialgenossenschaften in Deutschland stärker sichtbar zu machen und ihnen eine eigenständige Position innerhalb der genossenschaftlichen Landschaft zu geben. Verstärkt wurde dieser Impuls durch die im Jahr 2003 veröffentlichte Publikation „Sozialgenossenschaften. Wege zu mehr Beschäftigung, bürgerschaftlichem Engagement und Arbeitsformen der Zukunft“.

In der Folge wurden Sozialgenossenschaften zunehmend als eigenständiges Handlungsfeld wahrgenommen. Beispiele wie Seniorengenossenschaften sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Genossenschaftslandschaft.

Brückenbau V: Bürgerenergiegenossenschaften forcieren eine neue erfolgreich Genossenschaftsbewegung zur Transformation des Energiesystems

Die genossenschaftliche Organisation zur Energieversorgung hat historische Vorbilder, insbesondere in der Elektrifizierung ländlicher Räume in den 1920er Jahren. Bereits damals beruhte die Versorgung in vielen Regionen auf Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.

Vor diesem Hintergrund lassen sich Parallelen zur Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien erkennen. Zu Beginn der 2000er Jahre war der Markt für umweltfreundlich erzeugte Energie noch vergleichsweise klein und wirtschaftlich für große Energieunternehmen wenig attraktiv. Gleichzeitig entstand ein wachsendes Interesse an gemeinschaftlich organisierten Lösungen.

Der Bundesverein griff diese Entwicklung frühzeitig auf und organisierte gemeinsam mit EUROSOLAR am 20. und 21. Oktober 2000 in Bonn die Tagung „Energiegenossenschaften. Gemeinschaftliche Selbsthilfe zur Erzeugung und Versorgung mit Ökostrom?“.

Diese Veranstaltung fand zu einem Zeitpunkt statt, der deutlich vor der späteren Gründungswelle von Energiegenossenschaften lag. Sie machte erstmals umfassend auf die historischen Wurzeln, die aktuellen Entwicklungen und die Potenziale genossenschaftlicher Organisationsformen im Energiebereich aufmerksam.

Die vorgestellten Beispiele zeigten, dass Energiegenossenschaften eine Vielzahl von Chancen bieten, insbesondere für kommunale Versorgungsstrukturen, für ökologisch orientierte Verbraucher sowie für neue Marktakteure im Bereich erneuerbarer Energien.

Rückblickend kann diese Tagung als wichtiger Impuls für die spätere Entwicklung gewertet werden. Die Gründungswelle mit über tausend neuen Energiegenossenschaften verdeutlicht die Tragweite dieser frühen Auseinandersetzung.

Brückenbau VI: Alternativen zur digitalen Konzernwirtschaft aufzeigen mit genossenschaftlichen Ansätzen der Plattformökonomie

Die Entwicklung digitaler Plattformen stellt eine tiefgreifende Veränderung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturen dar. Plattformunternehmen schaffen neue Formen der Wertschöpfung, gehen jedoch häufig mit einer starken Konzentration wirtschaftlicher Macht einher.

Große Technologieunternehmen prägen zunehmend Märkte, beeinflussen Wettbewerbsbedingungen und greifen tief in gesellschaftliche Prozesse ein. Dies wirft Fragen nach Alternativen und nach neuen Organisationsformen auf.

Der Bundesverein griff diese Entwicklungen auf und setzte sich mit genossenschaftlichen Ansätzen in der Plattformökonomie auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie digitale Infrastruktur und Wertschöpfung gemeinschaftlich organisiert werden können.

Eine zentrale Veranstaltung in diesem Zusammenhang war die Tagung „Genossenschaftlich organisierte Internetplattformen: digitale Wertschöpfung gemeinschaftlich gestalten?“ im Jahr 2017 in Berlin.
Die Diskussionen zeigten, dass genossenschaftliche Modelle grundsätzlich geeignet sind, digitale Innovation mit demokratischer Kontrolle, sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit zu verbinden. Beispiele wie genossenschaftlich organisierte Plattformen oder die Nutzung von Open-Source-Technologien verdeutlichen die Möglichkeiten solcher Ansätze.

Brückenbau VII: Wie wirtschaften Genossenschaften nachhaltig? Sind Genossenschaften für das Gemeinwohl und Ökologie das zukünftige Normal?

Die Frage nach nachhaltigem Wirtschaften prägt die aktuelle genossenschaftliche Diskussion in besonderer Weise. Mit der Ausrufung des Jahres 2025 als Internationales Jahr der Genossenschaften durch die Vereinten Nationen wurde diese Thematik zusätzlich hervorgehoben.

Das Leitmotiv „Genossenschaften gestalten eine bessere Welt“ verweist darauf, dass Genossenschaften einen Beitrag zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele leisten können. Ihre strukturellen Merkmale – insbesondere die Mitgliederorientierung und die demokratische Organisation – schaffen hierfür besondere Voraussetzungen.

Der Bundesverein griff diese Fragestellungen im Rahmen einer Veranstaltung im Oktober 2025 auf. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie genossenschaftliches Wirtschaften unter den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nachhaltig gestaltet werden kann.

Diskutiert wurden dabei sowohl interne Faktoren, wie Organisationsstrukturen und Entscheidungsprozesse, als auch externe Rahmenbedingungen. Ziel war es, die Prinzipien und Werte der Genossenschaften weiterzuentwickeln und an veränderte Anforderungen anzupassen.

Brückenbau VIII: Generationsverbreiterung durch Integration jüngerer Genossenschaftsaktivist*innen forcieren

Die Betrachtung der sieben Brücken bietet einen Einblick in zentrale Entwicklungslinien der vergangenen vierzig Jahre. Gleichzeitig verweist sie auf eine weitere Herausforderung, die für die Zukunft des Bundesvereins von besonderer Bedeutung ist.

Der Genossenschaftssektor lebt von seiner Fähigkeit zur Erneuerung. Diese setzt voraus, dass unterschiedliche Generationen, Perspektiven und Erfahrungen zusammenkommen. Die Einbindung jüngerer Menschen sowie die Öffnung für neue Themen und gesellschaftliche Entwicklungen sind dabei von zentraler Bedeutung.

Eine breite Vielfalt an Akteurinnen und Akteuren aus Praxis, Wissenschaft und Politik ist notwendig, um die Dynamik des Genossenschaftswesens zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Schlussbemerkung

Der Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. hat in den vergangenen vier Jahrzehnten eine Vielzahl von Impulsen gesetzt. Seine Tätigkeit war und ist geprägt von der Fähigkeit, unterschiedliche Bereiche miteinander zu verbinden, neue Themen aufzugreifen und Diskussionen anzustoßen.

Ohne diese Impulse wäre die Entwicklung der Genossenschaftslandschaft in Deutschland in ihrer heutigen Form kaum vorstellbar. Die Vielfalt und Dynamik genossenschaftlicher Ansätze sind in hohem Maße auch Ergebnis dieser kontinuierlichen Arbeit.

Der Bundesverein bleibt damit ein zentraler Akteur für die Weiterentwicklung des Genossenschaftsgedankens – als Impulsgeber, als Katalysator und als Plattform für Austausch und Innovation.

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